Krieg, Ausgrenzung und Antisemitismus sind heute wieder sehr aktuell in vielen Teilen der Welt. So auch in Deutschland. Auch deshalb haben wir den Roman „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak gelesen. In dem Roman geht es um ein Mädchen (Liesel Memminger) das in der NS-Zeit in Deutschland aufwächst und sich mit einem Juden (Max Vandenburg) anfreundet, den ihre Pflegeeltern bei sich aufgenommen haben. Max schreibt und gestaltet ein Buch für Liesel aus herausgerissenen Seiten aus Hitlers „Mein Kampf“. Die hat er dafür weiß grundiert, eine Geschichte geschrieben und Bilder dazu gemalt. Er hat das Buch, dessen Ideologie Grund für sein Leiden ist, benutzt und daraus etwas Neues und Schönes gemacht.
Die französische Künstlerin Linda Ellia hatte eine ähnliche Idee: Sie hat zuerst 50 Seiten aus Hitlers „Mein Kampf“ genommen und daraus Kunst gemacht, zum Beispiel Bilder und Schnitzereien. Später hat sie viele weitere Menschen dazu eingeladen an ihrem Projekt mitzuarbeiten. Dazu zählten auch Juden, Menschen mit Behinderung sowie Sinti und Roma. So haben alle zusammen aus dem Hass, der aus dem Buch hervorgeht, Kunst und Kreativität gemacht.
Um die Erfahrung der Schullektüre weiterzuentwickeln, haben wir in Anlehnung an die Beispiele unser eigenes Projekt gestaltet. Dafür haben wir eine alte Ausgabe von „Mein Kampf“ besorgt und die Seiten grob weiß grundiert. Jede Schülerin und jeder Schüler sollte sich nun eine Stelle das Romans aussuchen, die er oder sie besonders oder berührend fand. Jeder Schüler und jede Schülerin durfte selbst entscheiden, auf welche Art sie oder er das Projekt künstlerisch und / oder literarisch umsetzen wollte.
Wir haben uns also an Linda Ellia und Max Vandenburg ein Beispiel genommen und aus ein paar Seiten des Buches, das so viel Hass und Feindlichkeit vereint und dessen Ideologie Grundlage für so viel Leid ist, etwas Neues gemacht. Die Ergebnisse des Projekts können Sie, könnt ihr unter diesem Link finden.